Trankocherei-Audioguide auf deutsch

Historien fra trandamperiet på tysk

Die Lebertranfabrik

Die Lebertranfabrik in Å ist sehr alt und stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1850. In diesem Gebäude wurde Dorschleber gekocht und zu Öl verarbeitet. Eine neue Lebertranfabrik, die dem Gutsherrn Ellingsen gehörte, wurde im Ortsteil Tind gebaut.

In diesem Gebäude wird die Herstellung von Lebertran demonstriert,
und das Museum verkauft auch seine
eigene Marke von Lebertran.

Unten am alten Hafen, in der Nähe des Strandes, an dem früher die Boote an Land gezogen wurden, befindet sich die älteste Produktionsstätte von Å, die Lebertranfabrik. Hier wurden die Fische zum Trocknen aufgehängt oder geteilt und gesalzen, um Klippfisch herzustellen. Der Rogen wurde in riesigen deutschen Weinfässern aus Eichenholz gesalzen, und die Dorschleber wurde gekocht oder gedämpft zu Lebertran verarbeitet.

Früher ließ man die Leber einfach in den Fässern, und der Lebertran wurde abgeschöpft, während die Leber in der Sommerhitze gärte. Später begann man, die Dorschleber in eisernen Kesseln zu kochen, um eine größere Ausbeute an wertvollem Lebertran zu gewinnen. Dies geschah das ganze Jahr über. Der Gestank war im ganzen Fischerdorf zu riechen. «Man kann das Geld riechen», sagten die Leute zu dem Geruch von Lebertrans und getrocknetem Fisch.

Der altnordische Name für Lebertran war «lysi» – Licht, und das Öl wurde tatsächlich in ganz Europa als Brennstoff für Lampen verwendet. Außerdem wurde es zum Gerben von Häuten, zur Herstellung von Farben und Seife und vielem mehr verwendet. Dorschleberöl und Stockfisch waren jahrhundertelang Norwegens wertvollstes Gut.

Jeden Sommer wurden tausende Fässern mit Lebertran auf Frachtschiffen, den so genannten
«jekt»s, von den Lofoten nach Bergen und weiter nach Europa transportiert.

Fisch, Leber und Rogen, zusammen gekocht und als «mølje» bezeichnet, waren schon immer ein wichtiger und gesunder Bestandteil der Ernährung der Küstenbewohner. Die Vitamine A und D sowie die ungesättigten Omega-3-Fettsäuren im Lebertran hielten die Menschen gesund. Es wurde oft gesagt, dass die Lebertranhersteller und andere Menschen, die viel Lebertran zu sich nahmen, scheinbar nie krank waren.

Medizinischer Lebertran

Der Apotheker Peter Møller wollte mehr Menschen mit der gesunden Wirkung von Lebertran vertraut machen. Im Jahr 1854 baute er einen ausgekleideten Kessel, füllte den Raum zwischen Kessel und Auskleidung mit Wasser und kochte die frischen Dorschleber im Dampf. Auf diese Weise konnte er die Qualität des Öls erheblich verbessern. Die Erfindung des medizinischen Lebertrans wurde auf vielen Messen in Norwegen und im Ausland mit Preisen ausgezeichnet. Später wurde die Dorschleber in konischen Eichenfässern gedämpft. Um die letzten Tropfen des kostbaren Lebertran zu gewinnen, wurden die Leberreste in einer Leberpresse ausgepresst, bevor sie zur Herstellung von Viehfutter oder Dünger verwendet wurden.

Ein Großteil der alten Produktionsanlagen ist heute noch in der Lebertranfabrik im norwegischen Fischereimuseum in Å zu sehen. Dort wird Lebertran noch immer auf die alte Art und Weise hergestellt, und kleine Flaschen davon werden zusammen mit Lebertranlampen als Andenken an die Lofoten verkauft.